Kategorie: Kosovo

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Der Kosovo war während des sozialistischen Jugoslawiens eine sogenannte autonome Provinz [1] innerhalb der Republik Serbiens. 2008 erklärte sich der Kosovo in einer unilateralen Unabhängigkeitserklärung von Serbien unabhängig, die serbische Regierung erkannte das allerdings nicht an, genauso wie zum Beispiel Russland, China oder Spanien. Die USA waren das erste Land, dass die Unabhängigkeit anerkannte. Mittlerweile haben 111 von 193 UN-Mitgliedsstaaten das Land anerkannt [1]. Die Staaten, die den Kosovo nicht anerkennen, sehen die Unabhängigkeit als völkerrechtswidrige Verletzung der serbischen Souveränität an [2]. In der EU sind es fünf Staaten, die den Kosovo bis jetzt nicht anerkannt haben: Spanien, Slowakei, Rumänien, Zypern und Griechenland. In diesen Ländern ist die Innenpolitik häufig Grund dafür, dass sie den Kosovo noch nicht anerkannt haben; In den jeweiligen Ländern bestehen sezessionistische Bewegungen, denen mit einer Anerkennung des Kosovo nicht Mut zugesprochen werden soll [3].

Ein wichtiger Grund, warum Serbien den Kosovo nicht „hergeben“ will, ist die Jahrhunderte alte Verbundenheit Serbiens mit dem Kosovo [1]. Im Mittelalter wurden auf dem Gebiet des heutigen Kosovo viele orthodoxe Kirchen gebaut. So zum Beispiel in Peć/Pejë, wo im 13. Jahrhundert das Zentrum des serbischen Erzbistums war [4], oder in Dečani/Deçan, wo 1335 ein Kloster errichtet wurde, was noch heute UNESCO-Weltkulturerbe ist [5]. Die Orthodoxie ist stark verknüpft mit der serbischen Identität und es gibt viele Serb*innen, die auf dem Kosovo das „Herz Serbiens“ sehen [6], weshalb die Unabhängikeit des Kosovo für inakzeptabel empfunden wird.

Darüberhinaus wird die Zugehörigkeit des Kosovo zu Serbien durch den Amselfeld-Mythos legitimiert. Am 28. Juni 1389 fand auf dem Amselfeld eine Schlacht statt, die noch heute von großer Bedeutung ist. Dort stellten sich serbische Truppe unter Lazar Hrebeljanović Murad I. gegenüber, der das osmansiche Reich anführte [7], dass sich zu dem Zeitpunkt immer weiter ausbreitete. Beide Anführer starben bei der Schlacht und die Osmanen stießen weiter vor – Serbien wurde Teil des osmansichen Reiches [8]. Lazar wurde als mutiger Märtyrer, der sich für sein Volk eingesetzt hat, heilig gesprochen [9].

Auch heute noch ist die Beziehung zwischen den zwei Ländern angespannt und die serbische Regierung proklamiert weiterhin, dass der Kosovo zu Serbien gehört [10]. Viele Graffitis sagen genau das: Der Kosovo ist Serbien. Einige sind minimalistischer und bestehen lediglich aus dem Wort „Kosmet“, was eine Abkürzung für Kosovo und Metohija ist. Dieser Name für den Kosovo wird von der serbische Regierung genutzt und bezieht sich auf zwei geografische Regionen auf dem Kosovo. Diese Formulierung hat nationalistische Konnotationen, weil sie eine fortlaufende Besitzergreifung über den Kosovo „anhaltende Gebietsansprüche auf Kosovo und das Bestreben, es zu beherrschen und zu verletzen“ [11].

Quellen:

1: https://osteuropa.lpb-bw.de/kosovo-geschichte#c107554

2: https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/54633/kosovo/

3: https://www.nzz.ch/international/eu-warum-fuenf-mitgliedslaender-kosovo-nicht-anerkennen-ld.1756873

4: https://www.zaduzbine-nemanjica.rs/Pecka-Patrijarsija/index.htm

5: https://www.decani.org/en/

6: https://www.swr.de/swrkultur/leben-und-gesellschaft/glauben-2024-12-01-ortho-manuskript-100.pdf

7: https://www.bpb.de/themen/kriege-konflikte/dossier-kriege-konflikte/504230/amselfeld-mythos/

8: https://www.britannica.com/event/Battle-of-Kosovo-1389-Balkans

9: https://royalfamily.org/about-serbia/prince-lazar-hrebeljanovic/

10: https://www.derstandard.de/story/3000000213249/serbiens-praesident-vucic-zuendelt-wieder-in-der-kosovo-frage

11: https://kossev.info/why-kosovo-i-metohija-offends/?utm_source=chatgpt.com